Gedichtwerkstatt: Liebessonette

Im Folgenden findet ihr (von den SuS der 9. Klasse) selbst verfasste Sonette zu unserer Reihe ‚Liebeslyrik‘:

I) Dir zu begegnen, welch herrlicher Tanz!

Dir zu begegnen, welch herrlicher Tanz!
Als wenn wir uns wiegen und drehen
in der Sonne goldenem Glanz,
niemals möchte ich mehr gehen!

Unsere Musik kann verklingen,
schöne Bewegungen vergehen,
es wird große Stille uns bringen,
beide werden wir es nicht verstehen!

Doch nie wollen wir uns verlieren,
soll schön und wunderbar bleiben,
Musik soll immer für uns spielen!

Der Tanz unseres Lebens, ein munteres Treiben!
Wir beide tanzen und schweben,
beschwingt durch unser ganzes Leben!

II) Du

Du erinnerst mich an Zuckerwatte,
so süß dein Kuss auf der Zunge zergeht,
zehn Mal schon standst du bei mir auf der Matte,
wie schnell doch nur die Zeit mit dir vergeht!
Dein Wort zerfließt zu Honig in meinem Kopf,
dein süßes Lächeln raubt mir den Verstand,
engelsgleich du aussiehst mit deinem Zopf,
zusammen gehen wir nun Hand in Hand.
Doch immer wenn ich an dich denken muss,
zerfressen Schmetterlinge meinen Bauch,
so sehr geschmerzt hat unser letzter Kuss.
An meinem Herz weht vorbei ein kühler Hauch,
deine Seele droht bald zu verschwinden,
ich kann sie nicht für immer an mich binden.

III) Mein Herz

Es blieb stehen,
als ich dich das erste Mal gesehen,
ich bekam den Wind zu spüren,
den du probiertest durch deinen stolzen Gang auszuführen.

Es wurde warm,
als ich zum zweiten Mal zu dir kam.
Deine Augen sie wurden immer heller,
und es schlug schneller und schneller.

Es schien wahr,
doch unglücklich und kaum zu verstehen,
aber wir mussten getrennte Wege gehen.

Es blieb stehen,
und meine Wahrheit, sie kam nie ans Licht,
denn das Leben wartet nicht.

IV) Du, mein Sommer

Du, so rein wie ein frischer Sommerregen
Duftend wie die weite Blumenwiese
Als durch dein Haar weht die leichte Brise
Wenn wir wandern auf den schönsten Feldwegen

Wenn dann der Regen alles fortgeschwemmet
Boreas’ Odem nicht mehr schweiget
Des Sommers Schönheit sich dem Ende neiget
Unsre Welt wieder in Kühle endet

Doch für immer soll dein warmer Sommer währen
Niemals solle dann deine Zeit verblühen
Nicht so wie des Weizens reife goldne Ähren
Sollst immerfort im hellsten Schein erglühen

Solange der Vögel Gesang erklinget
Mein Herz bei deinem Anblick zerspringet

V)

Einst begegnete ich einer Pracht von Frau
Die nur so vor Elan und Schönheit strotzte
Ich begann ein Gespräch, mir wurd ganz flau
Und mir in jeglicher Meinung trotzte.

Ein Kopf voll dunklem Haar mit hellen Strähnen
Zwei liebliche Äuglein, tieflichst blau
Welche brachten nur hervor perlige Tränen
Aus Trauer zu der verstorbenen Frau

Nun jeder muss einmal Abschied nehmen
Und die meinige Zeit war gekommen
Ich wurde vom König abberufen

Ihm wurden seine Frau und Kinder genommen
Oh ich liebte sie von ganzem Herzen,
Und meine Tränen begannen zu schmerzen.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s